Jakobsweg Österreich

Birgit

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Hallo Kraxi,
das Pilgerzimmer und das Restaurant waren wegen Corona geschlossen.
Buen Camino!
Birgit
 

Birgit

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Tag 20 Vöcklabruck - Oberhofen

Nach einem guten Frühstück im Café "Liebling" geht es im Sonnenschein, am Kloster St Klara vorbei, nach Oberthalheim zum Kloster St Anna. Leider ist die Kirche geschlossen und wir können nur den Turm mit dem Zwiebelhelm betrachten. Ich las irgendwo, dass hier auf dem Friedhof großartige Grabdenkmäler stehen sollen, für uns sind die Gräber aber ganz normal.
Heute ist Sonntag und trotzdem ist auch die Johanneskirche in Timelkam geschlossen, wir hören Orgelspiel heraus, wahrscheinlich übt der Organist für die Messe.
Der Weg ist gut markiert und wir marschieren den Schildern nach den Berg hinauf. Nun gibt es keine Markierungen mehr, ein Anrainer meint, dass der Jakobsweg unten an der "Dürren Ager" entlang geht und wir hier einen großen Umweg (auf Asphalt und in der prallen Sonne) machen. Er schickt uns über eine Wiese und durch einen Wald den Berg hinunter. Hier erreichen wir endlich wieder den schattigen Pfad am Fluss. Eine Joggerin bestätigt uns, dass das Jakobsweg Schild in die falsche Richtung zeigt.
Wir gehen durch mehrere Orte, an Vöcklamarkt vorbei, zur Pestkapelle auf dem Mösenberg. Hier sind 387 Personen, die 1649 an der Pest verstorben sind, begraben. Der Vergleich mit Corona kommt mir in den Sinn und stimmt mich nachdenklich.
Ein Steg führt über die "Dürre Ager" zum Waldrand und hier steht eine Pilgerrast: eine dreieckige Holzhütte mit Tisch, Bänken, Mineralwasserflaschen, Pilgerbuch und Stempel. Wir sind begeistert - vielen Dank an die Betreiberfamilie!!!!
In Frankenmarkt nehmen wir die Variante ins Zentrum und besichtigen die Pfarrkirche St Nikolaus mit einer Lourdesgrotte, alten Fresken und einer Jakobusfigur.
Meine Pilgerbegleitung fährt nun mit dem Zug von Frankenmarkt nach Oberhofen. Ich wandere weiter zuerst auf Asphalt, überquere die Vöckla, komme dann durch einen schattigen Wald und zu einer Wiese mit unglaublich vielen Weidegänsen.
Die Privat - Unterkunft in Oberhofen bei Frau Schweiger, im Wohnzimmer mit Notbetten, geht gar nicht - vielleicht sind die Gästezimmer ja in Ordnung, aber da hat sie nichts frei.
So entscheiden wir uns für das zentrale, aber teure Hotel, beziehen ein sehr schönes Zimmer und genießen im gemütlichen Gastgarten ein leckeres Essen. Wir besichtigen die Pfarrkirche zu den 14 Nothelfern, auch hier gibt es eine Lourdesgrotte und einen Jakobus.

Unterkunft:
Gasthaus Hotel Beim Erich (Stempel)
Oberhofen 49
+43 6213 8221
60€ + Taxe + Frühstück im Doppelzimmer
sehr freundlich, Luxus pur
 
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Kraxi

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Hallo Brigit, also Stempel zu kriegen das kommt mir schön langsam vor beim Pilgern in Österreich ist eine ziemliche Challenge.
Es war auch bei mir am Benediktweg teilweise ziemlich schwierig welchen zu kriegen.
Da hab ich mir halt dann eben den Quartier Stempel organisiert, tut vermutlich eh jeder.
Was mir auf keinen Fall an Stempel in den Pilgerpass kommt sind Stempel von diversen Gelüstigen Häusern und Golfplatzrestaurants.:)Hier sollte eh der gstandene Pilger nicht hinkommen. :) wobei zweiteres durchaus möglich ist wenns um einen Cafe geht:)
als Notstempel geht gerade noch die Tankstelle:)

Und mit dem Corona Virus wird's auch immer zäher das Pilgern.
 

homren

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westwaerts-jakobsweg.at
Wie geht es dir?❤
Liebe Grüße Birgit

Danke Birgit mir geht es relativ gut, gestern war die OP heute durfte ich bereits aufstehen und jede Stunde muss ich Übungen machen.

Wir hatten scheinbar Glück, wurden nur in Lambach wegen Corona nicht aufgenommem. Im Stift Melk hatten sie 2013 ohne Corona keinen Platz für Pilger, Ralph hatte auch kein Bettchen bekommen. Da gibt es allerdings vis-a-vis von der Touristen-Info eine schöne günstige Unterkunft.

Lieben Gruß Renate
 

Birgit

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sers kraxi,

ind Stempel von diversen Gelüstigen Häusern
no, na wo magst na du schlafen 😲
...wobei, es soll schon pilger gegeben haben, die in einschlägigen „etablissements“ genächtigt haben, ohne zu wissen welche sorte gelüste in dem haus gestillt werden.....
wie passiert auf der via de la plata, ein stück hinter canaveral.

i sog glei, i woars ned!
ein genuss-volles wochenende wünscht
💖lich ralph
 

Birgit

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Tag 21 Oberhofen - Eugendorf

Im GH Beim Erich werden wir mit einem sensationellen Frühstücksbuffet verwöhnt. Kommentar der Wirtin: " Tobt's euch aus und nehmt euch eine Brotzeit mit!"
Es ist noch ein wenig dunstig, die Sonne kommt schon wieder durch und es wird wieder sehr warm.
Wir marschieren los und überschreiten bei einem Hof mit Pferdekoppel die Grenze nach Salzburg. Über Wiesen, durch eine Moränenlandschaft, kommen wir am Waldrand zur Hager-Kapelle. Dieses kleine Jakobskirchlein errichtete Jakob Hager aus Dankbarkeit (er wurde in einer Lehmgrube verschüttet und gerettet) nach seiner Pilgerreise nach Santiago. Hier gibt es ein Pilgerbuch und einen Stempel.
In Pfongau ist die Kirche Hl Martin geschlossen, dafür beobachten wir einige Enten, die sich im Dorfbach tummeln.
Wir erwischen einen Weg durch einen Bauernhof (Privatbesitz), zum Glück stürzt sich kein gefährlicher Hofhund auf uns, wir grüßen den Bauer sehr freundlich, der uns ohne Probleme durch lässt.
Wir erreichen in Neufahrn die Filialkirche Hl Maria Magdalena (Stempel) und dann geht es weiter zum Landschaftschutzgebiet Wallersee. Irgendwie bin ich etwas enttäuscht, der Weg führt nicht am See entlang, denn das Ufer ist im Privatbesitz. Ich komme ja vom Bodensee und bin es gewöhnt, dass ich fast überall Zugang zum Wasser habe. Durch einen Wald laufen wir auf einem asphaltierten Weg den Berg hinauf und finden dann ein Bänkle beim Naturdenkmal "Zwei Linden" in Henndorf, auf dem wir unsere Mittagsjause genießen. Endlich wandern wir dann doch noch am See entlang, eine Dame in ihrem noblen Domizil, kann es gar nicht glauben, dass man so viele Kilometer pilgern kann.
Nun finden wir keine Markierung mehr, wir machen einen riesigen Umweg in der Hitze und auf Asphalt, bis wir endlich wieder auf unsere Route stoßen.
In Eugendorf gelangen wir zur Kirche St Martin mit einem schönen Altar, hier holen wir uns den Stempel.
Über eine Baustelle marschieren wir noch einen Kilometer weiter zu unserer Unterkunft, die im Einkaufsgebiet liegt. Uns schwirrt der Kopf vor lauter Straßenverkehr und riesigen Einkaufstempeln. Dem Trubel zum Trotz genießen wir in einem Café ein leckeres Eis.
Heute Abend erwarten wir noch meine Freundin, die mich ein Stück des Weges begleiten wird. Im Gasthaus gibt es für hungrige Pilger noch ein Abendessen.

Unterkunft:
GH Zur Strass
Salzburgerstraße 25
+43 664 94 13 969
43,55€ + Taxe + Frühstück im Dreibettzimmer
sehr freundlich, noble Unterkunft
 

Birgit

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Tag 22 Eugendorf - Salzburg

Nach einem feinen Frühstück machen wir uns heute zu dritt auf den Weg. Ich freue mich schon sehr auf die Stadt Salzburg, denn hier war ich noch nie. Bei Sonnenschein marschieren wir an einem schönen Holzkreuz vorbei nach Hallwang zur geöffneten Kirche St Martin, an der Mauer hängt ein Schild: " Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern. Psalm122, Psalmenweg Hallwang 2008, Jakobsweg".
An einem Holzkreuz mit der Beschriftung "Mount Goisn, 522m" vorbei, durch einen Waldweg zur Heiligen Quelle, die leider ausgetrocknet ist, dann viele Stufen hinauf, kommen wir zur Ursprungskapelle und dann zur Wallfahrtskirche Maria Plain (schöner Stempel). In diesem prächtigen Gebäude findet gerade eine Messe statt, danach schauen wir uns das Gnadenbild "Maria Trost" genauer an. Auf einem Schild auf dem Vorplatz lesen wir: "Santiago 2442 km". Nun gehen wir zur Heilig-Grab-Kapelle und dann zum Kalvarienberg mit einer grandiosen Aussicht auf Salzburg. Abwärts sehen wir noch vier Kapellen, die schon etwas renovierungsbedürftig sind, der Blick zurück auf die ganze Anlage ist großartig.
Wir erreichen die Salzach, bleiben auf der linken Seite und suchen den Schatten.
Natürlich machen wir einen Abstecher zum Schloss Mirabell, bewundern die schöne Gartenanlage in der es noch überall blüht, der Zwergerlgarten hat es mir angetan. Hier gibt es auch eine Bank, auf der wir unsere Jause genießen.
Gleich darauf kommen wir zur Dreifaltigkeitskirche (drei Türme, drei Altäre) und am Mozartwohnhaus vorbei. Über die Staatsbrücke geht es in die Altstadt mit der berühmten Getreidegasse, dem Mozartgeburtshaus, der Felsenreitschule, der imposanten Kollegienkirche (offen), dem Festspielbezirk, dem Residenzbrunnen, der Goldkugel, dem wunderbaren Blick auf die Hohen Salzburg und natürlich ganz wichtig dem Dom mit seinem schönen Vorplatz und der Mariensäule.
Wir lassen uns viel Zeit um den Dom zu besichtigen (schöner Stempel) und treffen uns vor dem Tor mit Monika aus diesem Pilgerforum (Erkennungszeichen: weiße Bluse und Outdoorführer in der Hand).
Sie führt uns in die Mönchsbergtiefgarage, wir sind nur am Staunen, zu ihrem Auto, wo wir unseren Rucksack verstauen können. Im ältesten Café von Salzburg ergattern wir Terrassenplätze und gönnen uns einen großen Eisbecher. Wir verstehen uns auf Anhieb mit Monika, sie informiert uns über die Stadt Salzburg, über den morgigen Weg, der wegen Baumarbeiten und Hubschraubereinsatz gesperrt ist - sie warnt uns vor der starkbefahrenen Straße (sie findet sie viel zu gefährlich) und hat uns eine 24 Stundenkarte für die Verkehrsbetriebe gekauft - wie aufmerksam!!!!
Sie führt uns zum Schrägaufzug und lädt uns ein mit ihr zur Hohen Salzburg hinauf zu fahren. Die gewaltige Burg und die Aussicht faszinieren mich! Ich hätte mir nie im Traum gedacht, heute so viel von dieser wunderschönen Stadt zu sehen.
Auf dem Weg zum Auto besichtigen wir noch die Franziskuskirche, in der zwei unterschiedliche Baustiele vereint sind: "der ursprünglichen romanischen Langhaus-Basilika mit ihrem Kreuzrippengewölbe und daran anschließend in der gleichen Breite wie das Langhaus einem feingliedrigen spätgotischen Chor mit Sternrippengewölbe" - Auszug aus Wikipedia.
Nun geht es zurück in den Mönchsberg und Monika fährt uns mit dem Auto zu unserer Jugendherberge, die 4,4 km von der Altstadt entfernt ist. Vielen Dank für alles, liebe Monika!!!

Unterkunft:
Jugendherberge Eduard-Heinrich-Haus
Eduard-Heinrich-Straße 2
+43 43 662 62 59 76
22,31€ + Taxe + Frühstück zu dritt im 6er Zimmer
sehr freundlich, passt alles
 
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Monika

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Das war wirklich ein schöner Tag mit euch 3 "Mädels", hätte gerne noch einen Tag mit euch verbracht.
Birgit - das Cafe am Mönchsberg "M32" war in früheren Jahren unter "Cafe Winkler" bekannt.
Ach, es gibt noch so viel interessantes hier zu sehen, gerne bei einem evtl. nächsten Besuch von Dir.

Lieben Gruß von Monika.
 

Birgit

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Tag 23 Salzburg - Lofer

Wir verabschieden uns leider heute von unserer Pilgerfreundin, sie fährt wieder nach Hause! Danke für die angenehme Begleitung, es war sehr schön mit dir!!!
Unser Camino Engel Monika holt uns, restliche zwei Pilgerinnen, mit dem Auto bei der Jugendherberge ab, bringt uns sicher, an dem heute gesperrten Weg vorbei und lässt uns bei einem Wegweiser in Unterjettenberg aussteigen. Danke liebe Monika!
Schade, dass wir nicht laufen konnten, aber Sicherheit geht natürlich vor!
Wir wandern durch einen schönen Wald und über eine Wiese, hier eröffnen sich wunderbare Aussichten auf ein Bergpanorama. Nun führt der feine Weg an der Saalach entlang, Kühe liegen auf Steinen am Ufer, ein ungewöhnliches Bild.
In Unken gibt es eine Jakobuskirche, keinen Stempel, aber einen Jakobus. Wir fragen eine Dame nach der Achner Brücke, sie zeigt uns den Weg und empfiehlt uns unbedingt einen Abstecher durch die Innersbachklamm zu machen.
Wir folgen ihrem Rat und steigen eine steile Holzstiege hinauf in die großartige Schlucht, die über tiefe Felsenklüfte und gewaltige Wasserfälle führt, der kleine Umweg macht sich mehr als bezahlt! Wir sind begeistert.
In Reith besuchen wir die kleine Filialkirche zum Hl Kaiser Heinrich, eigenartiger Name für ein Gotteshaus.
Über Wiesen, mit friedlich grasenden Kühen, vor uns die imposante Kulisse der Loferer Steinberge, wandern wir nach Au und besichtigen die KIrche des heiligen Antonius.
Durch einen Märchenwald mit bemoosten Bäumen und Steinen marschieren wir an Wandergolfstationen mit originellen Namen und Aufgaben vorbei (Nr. 6 - Hinkelstein, Nr. 7 - Ackeregg, Nr. 9 - Milchkanne).
Nun überqueren wir auf einer langen Brücke den Teufelssteg und blicken auf das wild schäumende Wasser hinunter.
In Lofer gönnen wir uns in einem Café zwei Kugeln Eis und finden dann am Ende des Ortes unsere Unterkunft. Warum erwischen wir immer diejenigen, die am weitesten weg sind?
Später schauen wir uns noch die Pfarrkirche der Hl Maria und Leonhard an, betrachten die Fresken, die Figur Maria mit Kind und an der Außenmauer das riesige Wappen des Erzbischofs von Salzburg. Auf dem Dorfplatz gibt es einen schönen Marienbrunnen und eine Pestsäule. Eine Tafel an einem Haus informiert uns, dass Wolfgang Amadeus und Leopold Mozart 1769 auf ihrer ersten Italienreise hier genächtigt haben. Zu guter letzt verspeisen wir noch eine leckere Pizza mit Salat.

Unterkunft:
Salzburger Hof (Stempel)
Lofer 128
+43 6588 83 33
40€ + Taxe + Frühstück im Doppelzimmer mit überdachtem Balkon (Pilgerwäsche)
sehr freundlich, schöne Unterkunft
 

Birgit

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Tag 24 Lofer - St Johann in Tirol

Heute Nacht und am Morgen schüttet es in Strömen, es blitzt und donnert. Bei so einem Wetter zu pilgern ist nicht gerade lustig. Nach dem Frühstück können wir ohne einen Tropfen Regen starten und so bleibt es auch den ganzen Tag.
Es geht am wild fließenden Loferbach entlang und an der Nepomukkapelle vorbei (der Hl Nepomuk, 1340 bis 1393, er setzte sich für kirchliches Recht ein, wurde gefoltert und in die Moldau gestürzt, dann heiliggesprochen, er gilt als Wasserschutzpatron und Schutzheiliger der Brücken).
Wir erblicken die beeindruckende Befestigungsanlage Pass Strub, die 1282 als Grenzwehr errichtet und 1809 auf französischen Befehl gesprengt wurde. 1984 werden die überwucherten Festungsmauern freigelegt und restauriert.
Jetzt teilt sich der Weg für Fußgänger und für Radfahrer. Ein großes Plakat kündet an, dass wir die Grenze von Salzburg ins Tirol überqueren. Es gibt auch ein großes Schild "Willkommen auf dem Jakobsweg Tirol" mit vielen wertvollen Informationen und einem Spruch "Reisen heißt, an ein Ziel kommen; wandern heißt, unterwegs sein. - Theodor Heuss".
Wir queren den Fluss und entdecken auf einem riesigen Stein das Denkmal für die Tiroler Freiheitskämpfer.
Bei angenehmen Temperaturen, auf einem schönen Waldweg, immer wieder Blicke auf das wilde Gewässer und auf eindrucksvolle Felswände marschieren wir weiter.
In Waidring besichtigen wir die Pfarrkirche Hl Vitus (schöner Stempel) mit einer Jakobusdarstellung an der Wand und auf dem besonderen Friedhof stehen lauter schmiedeeiserne Kreuze und keinerlei Grabsteine. Hier steht wieder eine Informationstafel Jakobsweg Tirol über Waidring (die Geschichte, kirchliche Bauten, Sehenswürdigkeiten, weiterer Wegverlauf, Pilgerunterkünfte, Infrastruktur und einen Spruch: "Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten."
Solche Schilder wird es nun in jedem Ort auf dem Jakobsweg Tirol geben - da hat sich die Jakobusgesellschaft sehr viel Mühe gegeben und den Pilgern hilft das sehr. Danke schön!
Auf einer Bank, an einem Bewässerungsteich für die Beschneiungsanlage, verspeisen wir unsere Jause.
Wir laufen an der modernen Kirche in Erpfendorf, an einem Felsen mit einem Kreuz darauf, an einer kleinen Kapelle vorbei und auf einem Damm immer an der Großache entlang.
Über eine Brücke mit einer Nepomukfigur gelangen wir nach St Johann in Tirol zur Kirche Maria-Himmelfahrt, mit zwei mächtigen Türmen. Der Ortskern ist sehr belebt, es gibt viele Geschäfte und unsere Unterkunft liegt wieder fast am Ende des Ortes.
Am späteren Nachmittag treffen wir uns mit einer Pilgerin aus Tirol, die ich 2017 in Irun auf dem Küstenweg in Spanien kennen gelernt habe. Sie lädt uns in eine Pizzeria zum Essen ein, wir haben es fein miteinander und sie schenkt uns zum Abschied ein selbstgemachtes Lavendelsäckle, das uns nun immer duftend in den Schlaf begleitet. Vielen Dank!

Unterkunft:
Hotel Theresia Garni
Speckbacherstraße 41
+43 5352 63 994
46,20€+Taxe+Frühstück im Doppelzimmer
sehr freundlich, ein sehr schönes Zimmer, ruhig, mit sonnigem Balkon
 

Birgit

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Tag 25 St Johann in Tirol - Wörgl

Nach einem feinen Frühstücksbuffet starten wir in den sonnigen Tag. Wir wandern an der Kitzbühler Ache entlang, bewundern vor einem Haus die originellen Kunstwerke eines Schnitzers.
Ein gewaltiges Gebirge "der Wilde Kaiser" immer im Blick kommen wir zum Gasthof Römerhof, dieser Name bezieht sich auf die alte Römerstraße, die hier vorbei führte. Nicht weit weg befindet sich auch ein riesiges Moorgebiet "Moor and more" - da könnte man einen ganzen Tag verbringen.
Nach einer Weile gelangen wir zum "Stanglwirt Imperium" (den Namen kennen wir aus dem Fernsehen), von Golf, Wasserwelt, Tennishalle, Felsensauna, Bauernhof, Pferdeställe bis zu Wellnessangebote gibt es hier alles für die dicke Geldtasche. Noble Autos stehen auf dem Parkplatz davor.
In Going besichtigen wir die Kirche Zum Hl Kreuz mit einer prächtigen Muttergottesstatue (Stempel), auf dem netten Dorfplatz gibt es einen schönen Brunnen, die alten Häuser ziert ein wunderbarer Blumenschmuck. Wir wundern uns über einige Leute, die das Gasthaus Wilder Kaiser fotografieren, bis wir auf einem Schild lesen: Hier werden die Außenaufnahmen vom Gasthof "Wilder Kaiser" in der Bergdoktor Serie gedreht. Wenn ich nach Hause komme muss ich mir eine Episode anschauen, ich kenne diese Filme gar nicht.
An der Talstation des Astberg-Sesselliftes geht es vorbei nach Ellmau am Wilden Kaiser zur Kirche Erzengel Michael (Stempel). Nun laufen vor uns jede Menge Menschen den Berg hinauf, den Schildern "Berddoktorhaus" nach, wir den Jakobswegmarkierungen hinterher. Ein schönes, blumengeschmücktes Haus mit einer Figur des Bergdoktors davor, erwartet uns.
Nach ein paar Fotos knipsen, verlassen wir diesen Trubel, laufen zuerst auf Asphalt, dann auf einem feinen Waldweg, wo eigenartige Pilze wachsen, und an einem Bächlein entlang.
Bei den Scheffauer Bergbahnen führt der Jakobsweg wirklich über das Parkdeck, dann geht es steil viele Stufen bergauf, sehr anstrengend aber wir genießen den Schatten. An einer Hütte voll geschlichtetem Holz steht "Gscheiterhaufen", das finde ich originell.
In Söll gibt es die prächtige Pfarrkirche St Peter und Paul mit zahlreichen Fresken und einer Lourdesgrotte. (Stempel) Meine Pilgerfreundin bleibt und möchte von hier mit dem Bus ins Etappenziel fahren.
Ich bleibe auf dem Radweg (es war ein Fehler - heiß und Asphalt) und komme durch Bruckhäusl und Kirchbichl (hier gab es leider keine Unterkunft). Ich marschiere an der Brixentaler Ache, dann am Inn entlang und erreiche unsere Unterkunft direkt beim Bahnhof Wörgl.
Gegen Abend erkunden wir die Innenstadt, bewundern das besondere Gebäude einer Apotheke, besichtigen die moderne Pfarrkirche Hl Laurentius. und gönnen uns ein Abendessen in einem Falafelhaus.

Unterkunft:
Hotel Linde (Stempel)
Angartherweg 7
+43 5332 72 359
41€+Taxe+Frühstück im Doppelzimmer mit Balkon
abgewohnt
 
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Birgit

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Tag 26 Wörgl - Strass im Zillertal

Heute habe ich mich von meinen Stinke-Socken (4 Wochen getragen und nicht gewaschen) getrennt.
Das Frühstück ist bescheiden, aber wir werden satt und das ist doch die Hauptsache.
Wir entscheiden uns für den Radweg am Inn wegen ein paar Kilometern weniger, das ist ein Fehler: es ist eintönig, sehr laut, weil der Pfad direkt an der Autobahn verläuft. Der kürzere ist nicht immer der bessere Weg.
Dafür freue ich mich umso mehr auf Rattenberg, die kleinste Stadt Österreichs, die ich von früheren Besuchen her kenne. Am Ortsanfang steht gleich die Ehemalige Spitalkirche zum Hl Geist, dann lassen wir uns Zeit für die Stadtpfarrkirche St Virgil, wir bewundern den Barockinnenraum mit prächtigen Gewölbefresken, einer Kreuzigungsgruppe, schönem Figurenschmuck, der Notburgakapelle und der Mariengrotte. Besonders gefällt mir eine Pilgerecke: mit Willkommensgrüßen, einem Pilgerbuch und einem schönen Stempel. Auf dem Schlossberg thront die Burgruine im Sonnenlicht. In der mittelalterlichen Fußgängerzone genießen wir im Garten einer Konditorei ein riesiges Stück Kuchen. Hier gibt es auch jede Menge Glasbetriebe, für die Rattenberg berühmt ist.
Nun geht es weiter an der Innpromenade, an einer Baustelle und einem Industriegebiet vorbei, dafür entschädigt der Blick auf die Burg von Brixlegg.
Wir laufen die Variante zur Kirche St Gertraudi mit einer Jakobsnische mit der Aufschrift "Hl Jakobus begleite unseren Weg", einem Pilgerbuch und einem Stempel.
Wir freuen uns über die wunderbare Bergkulisse und wieder eine Burgruine oben auf einem Hügel.
In Strass war heute Almabtrieb, die Kühe haben Spuren auf den Straßen hinterlassen. Wir sehen uns die Kirche Hl Jakobus an (schöner Stempel), auffällig ist der hohe spitze Turm.
Etwas abseits liegt unsere Bleibe, wir haben heute auf einem Bauernhof eine ganze Wohnung für uns. Wir werden nett empfangen, staunen über die Wohlfühlherberge mit Sonnenbalkon! Ganz in der Nähe gibt es das Café Zillertal, wo wir ein feines Abendessen bekommen.

Unterkunft:
Wohnung auf einem Bauernhof
die Dame möchte ihre Adresse und Telefonnummer nicht im Internet bekannt geben (bei Interesse meldet euch bei mir)
35€ ohne Frühstück zu zweit in einer ganzen Wohnung
sehr freundlich und hilfsbereit, alles vorhanden, neu, sehr schön, blitzsauber, Sonnenbalkon
 
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Birgit

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Tag 27 Strass im Zillertal - Gnadenwald / St Martin

Heute starten wir das erste Mal im Dunkeln und erfreuen uns am Sonnenaufgang!
Die nette Dame aus unserer Unterkunft hat uns um 7:00 Uhr im Gasthof Knapp im Ortszentrum zum Frühstück angemeldet. Für 10€ bedienen wir uns am Buffet und dürfen auch noch eine Jause mitnehmen.
Wir überqueren die Gleise der Zillertalbahn und laufen durch eine schnurgerade Lindenallee zum Schloss Rotholz, in dem sich eine Landwirtschaftsschule befindet.
Am Innufer, vor dem Notburgasteg, steht ein Brunnen mit der Aufschrift "Bauet Brücken zueinander!". Daneben befindet sich ein Schild mit dieser Geschichte: "Die Hl Notburga lebte von 1265 - 1313, diente als Magd auf der Rottenburg. Sie sorgte für die Armen und es gelang ihr die Versöhnung zwei verfeindeter Brüder, diese Figuren reichen sich auf dem Brunnen die Hände. Hier geschah das Wunder: Zwei Ochsen brachten Notburgas Leichnam ohne Brücke über den Inn." Die Heilige wird als Schutzpatronin der Landwirtschaft und der Dienstmägde verehrt.
Nach dem Überqueren des Steges überschreiten wir die Gleise der Achensee-Zahnradbahn, mit dieser bin ich vor ein paar Jahren zum Achensee hinauf gefahren.
In Jenbach machen mehrere Denkmäler (eine große Maschine von 1853, eine alte Lokomotive) aufmerksam auf die Industrie in diesem Gebiet und die ehemaligen Schmelzhütten. Wir besichtigen die Pfarrkirche St Wolfgang (Stempel) und den schönen Friedhof mit prunkvollen Arkaden.
Wir marschieren am riesigen Achensee Kraftwerk vorbei, erblicken das Schloss Tratzberg (ein Seminarzentrum) hoch auf einem Berg und erreichen über einen Fußweg in Stams die Herz-Jesu-Kirche.
Auf einem wunderschönen Waldweg, sehr vorsichtig, weil er immer wieder sehr schmal ist, wandern wir zum Stift Fiecht, in dem mir die Fresken sehr gut gefallen.
Kurz darauf kommt schon das nächste Gotteshaus, die Kirche Peter und Paulus in Vomp.
Wir finden keine Markierung mehr und geraten auf verkehrsreichen Straßen nach Vompersbach.
Nach diesem Lärm genießen wir die Ruhe auf einem Waldweg nach Terfens zur Pfarrkirche Hl Juliana, wir bewundern einen 500 Jahre alten Taufstein und ganz besondere Fresken. Wir bitten in einem Gasthaus um Wasser, die Dame ist sehr freundlich und informiert uns gleich über die Kirche: "Auf den Fresken ist der Hl Josef als erster Hausmann dargestellt, im oberen Bild wäscht er Windeln und unten kocht er a Mus und die drei Könige stehen für drei Generationen." Ich fotografierte diese Fresken und kann daher das Gehörte nachschauen.
Auf einem Besinnungsweg mit Steinfiguren, einige Stufen hinauf, gelangen wir zur Wallfahrtskirche Maria Larch. Davor steht ein barockes Brunnenhäuschen, mit der Statue des Hl Florian und Heilwasser, das wir natürlich in unsere Flaschen füllen. (Ein stummes Mädchen wurde im 18. Jahrhundert hier geheilt.) In der Ecke befindet sich ein Kästchen mit dem Stempel darin. In der Kapelle wird ein Marienbild verehrt. Kurze Zeit später gibt es noch die Erscheinungskapelle.
Durch eine schöne Landschaft, auf Wiesenwegen und mit hohen Felsen im Blick, erreichen wir Gnadenwald (hier gibt es keine Unterkunft mehr) und die Pfarrkirche zum Hl Michael. Es ziehen dunkle Wolken auf, über den Bergen donnert es, wir werden immer schneller. Ein Mann ruft uns nach: "Da werdet ihr wohl noch nass werden." Nass spielt keine Rolle, aber ich fürchte mich vor Gewittern. Wir lassen jetzt den Jakobsweg links liegen und nehmen die kürzere Straße nach St Martin.
Das Donnerwetter bleibt in den Bergen und so kommen wir trocken und bei Sonnenschein in der Pension Martinsstuben an. Das Kloster St Marin nimmt wegen Corona keine Pilger auf.
Frisch geduscht, die Wäsche hängt auf dem sonnigen Balkon, begeben wir uns nach unten ins Café. Es herrscht großer Betrieb, aber das Essen schmeckt sehr lecker.
Leider verlässt mich jetzt meine Pilgerfreundin, sie kann mit Bekannten, die zufällig in der Nähe sind, nach Hause fahren. Danke für deine Begleitung!
Ich spaziere zum Kloster und schaue mir die Kirche an und erkunde, wo der Besinnungsweg verläuft, auf dem es morgen weiter geht.

Unterkunft:
Café Pension Martinsstuben (Stempel)
Gnadenwald 11a
+43 5223 52 501
45€+Taxe+Frühstück im Einzelzimmer
abgewohnt und schmuddelig
 
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G

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Guest
sers Birgit ,

tut so gut, deine berichte zu lesen, im kopf mitzugehen, im regentrüben, kühlen wien!
ganz grosses danke dir, für die abendliche „gute nacht“ geschichte!

grad gaaanz besonders wichtig:
aufmerksam + abstand halten = xund bleiben!
♥️lich ralph
 

Birgit

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Danke, lieber Ralph, das freut mich sehr!!!
Bei uns hat es heute auch geregnet, es war kalt und unsere Heizung ist kaputt. Nächste Woche soll es bei uns 20 Grad warm werden. Darauf freue ich mich sehr!
Liebe Grüße Birgit
 

Birgit

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Tag 28 Gnadenwald / St Martin - Innsbruck

Das Frühstück ist sehr bescheiden (altes Brot, Butter + Marmelade), normalerweise reicht mir das auch, aber für diesen Zimmerpreis hätte ich es mir reichhaltiger gewünscht.
Ja, nun pilgere ich wieder alleine, aber ich bin glücklich, dass es nicht regnet, denn der Wetterbericht hat schlechtes Wetter angesagt.
Ich komme zum Kloster St Martin, es entsteht ein wunderschönes Foto im Morgenlicht.
Gleich dahinter führt der Besinnungsweg, mit verschiedenen Stationen, weiter. (Stein auf Stein - Glücklich, die keine Gewalt anwenden, ihnen gehört die Zukunft. Der alte Grundsatz "Auge um Auge" macht schließlich alle blind. - Martin Luther King)
Ich laufe auf einem angenehmen Waldweg entlang, Jogger und Wanderer begegnen mir, Vögel zwitschern und ich genieße den Blick auf das gewaltige Karwendelgebirge.
Ich erreiche Absam, einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Tirols und besichtige die Basilika Hl Michael: am 17. Jänner 1797 erschien auf der Fensterscheibe eines Bauernhauses ein Frauenkopf, der als Erscheinung der Gottesmutter Maria gedeutet wurde. Dieses Bild wurde dann in die Pfarrkirche übertragen und wird heute noch verehrt. Nebenan steht die Kapelle Der Engel des Herrn mit beeindruckender Glaskunst von Stefanie Fischler aus Tirol.
Bei einer Apfelplantage schenkt mir ein Bauer, nach einem netten Gespräch über meinen Jakobsweg, einen Apfel, der wunderbar schmeckt.
In Thaur passiere ich die geschlossene Kirche St Virgil und besichtige die Pfarrkirche Mariä Himmerlfahrt. (schöner Stempel)
Auf einem Höhenweg marschiere ich, an einem feinen Rastplätzchen mit Bank, Holzkreuz und blühenden Rosen vorbei, nach Rum. Hier sehe ich mir die Kirche St Georg mit ihrem spitzen Turm an. (Stempel)
Nun gäbe es die Möglichkeit einen Abstecher zur Kalvarienbergkirche von Arzl zu machen, ich entscheide mich lieber weiter zu gehen und schaue mir dafür die Pfarrkirche an.
Lange Zeit wandere ich ohne Markierung und erreiche die Innbrücke mit einer großen Jakobusfigur.
Auf der Innpromenade geht es an der Talstation der alten und der neuen Hungerburgbahn vorbei, durch den Englischen Garten ins Zentrum.
Ich nehme mir viel Zeit für den Dom St Jakob (schöner Stempel). Ich kenne ihn sehr gut, aber es fühlt sich anders an, ihn als Pilger zu besichtigen. Ich kaufe mir um 1€ ein Ticket, damit ich fotografieren darf.
Leider sind das Büro und die Pilgerherberge der Jakobusgesellschaft geschlossen, ich hätte mir gerne einen neuen Pilgerpass geholt, meiner ist schon voll und natürlich wäre eine Übernachtung dort auch fein gewesen.
Innsbruck ist eine riesige Bauststelle, überall werden die Straßen aufgerissen, die Trinkwasserleitungen im historischen Zentrum sind 130 Jahre alt und müssen erneuert werden. Man läuft über Bretterdielen und nimmt Umwege in Kauf.
Ich komme am Hölbinghaus (üppige, barocke Fassade) und am Goldenen Dachl vorbei. Nicht weit entfernt davon liegt meine Unterkunft.
Ich melde mich im Café Munding an, die freundliche Dame führt mich in einen 6er Schlafsaal, den ich heute alleine benutzen darf.
Der Nachmittag ist reserviert für meine Tante, die für mich eine leckere Gerstensuppe gekocht hat. Den Abend lasse ich in der Altstadt mit einem großen Eis ausklingen.

Unterkunft:
Bed & Breakfast - Backpackers Hostel
Kiesbachgasse 16
+43 512 584 118
+43 650 4283101 (bei der 0664 Nummer auf der Homepage geht niemand hin)
30€+Taxe+Frühstück im 6er Schlafsaal
sehr freundlich - alt, etwas abgewohnt, aber gemütlich, Bettwäsche, saubere Sanitäranlagen
Frühstück gibt es im Café Munding erst um 8:30 Uhr, für mich viel zu spät
 

Birgit

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Bregenz
Tag 29 Innsbruck - Pfaffenhofen

Am Morgen marschiere ich ums Eck in eine Bäckerei, die schon um 7:00 Uhr offen hat und lasse mir das Frühstück schmecken.
Ich gelange auf den Inntalradweg, die Felsen der Nordkette im Blick, und muss wegen einer Baustelle auf die andere Seite des Flusses wechseln. Bei der nächsten Brücke überquere ich wieder den Inn, doch das ist ein großer Fehler. Es gibt hier keinen Zugang zum Radweg, denn die Autobahn mit ihren riesigen Lärmschutzwänden liegt dazwischen. Ich entscheide mich für eine ruhige Straße, die in die gleiche Richtung führt, daraus wird ein angenehmer Kiesweg, aber oh Schreck, der entpuppt sich als Sackgasse. So was mache ich jetzt? Ich komme auf ein verbotenes Betriebsgelände, das nur zu einer Autobahnauffahrt führt. Also wieder zurück, eine Anrainerin zeigt mir den Weg durch eine Unterführung und ich gerate wieder auf eine Baustelle. Ein Arbeiter schickt mich in die entgegengesetzte Richtung und ich lande auf der stark befahrenen Bundesstraße. Dort wird mir gesagt, es gäbe keinen Fußweg. So nun ist guter Rat teuer! Nach einem Zornanfall marschiere ich an dieser gefährlichen Straße, ohne Gehsteig und Fußgängerstreifen, entlang und komme endlich, komplett nass geschwitzt - "Angstschweiß", in Völs an. Für heute habe ich genug von Baustellen und Umleitungen.
Ich besichtige die moderne Kirche Jesu Christi in Emmaus, sie fällt durch ihre kronenartige Form und das hängende Dach auf. Gleich nebenan steht die alte Pfarrkirche Hl Jodok und Lucia, die gefällt mir viel besser, ich finde sie viel gemütlicher
In Afling gibt es gleich die nächste Kirche Maria Schnee, ein eigenartiger Name - ich habe auch nicht herausgefunden warum sie so heißt. Leider ist sie geschlossen und ich verpasse alte Fresken.
Ich setze mich auf eine Bank und telefoniere mit der Imster Tourismusinformation, weil ich, wie schon öfters, keine Unterkunft finde. Auf einmal flitzt eine Person vorbei und dann sehe ich die Jakobsmuschel - ein Pilger und ich kann nicht reagieren, weil ich gerade ins Telefon spreche.
Ich versuche dann den Mann einzuholen, doch ich habe keine Chance, er ist viel zu schnell. Irgendwann gebe ich enttäuscht auf und wandere wieder mein Tempo.
Auf dem Weg ist mit gelber Farbe "Camino Santiago" und eine Pilgerfigur gemalt, an einem Baum entdecke ich eine Tafel mit der Aufschrift: "Wenn du dein Ziel kennst, findest du den Weg." und in einem kleinen Steinhäuschen sitzt eine Pilgerfigur, diese schaut so unglaublich echt aus, dass ich zuerst meine, das sitzt einer. Ich komme mir vor wie in Spanien.
In Zirl laufe ich an einem Supermarkt vorbei und wer kommt heraus, der Pilger. Schnell erhöhe ich wieder mein Tempo und erreiche ihn endlich, als er sich zu einer Mittagsrast auf eine Bank setzt. Er begrüßt mich mit den Worten: "Du bist Birgit". Ich bin erstaunt: er war seit Purkersdorf immer einen Tag hinter mit und las meine Einträge in den Pilgerbüchern. Nach einer netten Unterhaltung verlasse ich ihn, denn er ist viel schneller als ich.
In Inzing besichtige ich die Pfarrkirche Hl Petrus (Stempel), kurz danach steht eine rostige Pilgerfigur mit einer Tasche, in der sich ein Pilgerbuch befindet. Natürlich trage ich mich wieder ein. Ein altes Schlösschen, mit Malereien an der Hauswand, gefällt mir besonders gut.
Und schon wieder gibt es zwei Kirchen zu besichtigen, die Hl Ägidius in Hatting (Stempel) und die Hl Margarehta in Flaurling. (Stempel).
Auf einem matschigen Waldweg, es muss hier geregnet haben, gelange ich nach Pfaffenhofen und wie könnte es anders sein zur Pfarrkirche Hl Nikolaus mit ganz alten Fresken an der Außenwand. Hier am Etappenziel hätte ich mir einen Stempel in der Kirche gewünscht, leider gibt es keinen.
Ein Schild kündigt meine Unterkunft an und ich laufe den Berg hinauf. Die Freude ist groß, denn der Pilger kommt mir entgegen. In der Pension ist niemand zu Hause und ans Telefon geht auch keiner. Das Gasthaus im Ort hat Ruhetag, so laufen wir um 15:00 Uhr ein großes Stück zurück in ein Einkaufszentrum mit einem kleinen Imbisslokal dabei. Wir stärken uns mit Brezel und Butter, mehr gibt es leider nicht.
Zwei Stunden später versuchen wir es erneut in unserer Pension, es rührt sich wieder niemand. Die Balkontüre steht offen, die Post liegt vor der Türe. Das ist doch sehr eigenartig, denn wir sind ja angemeldet. Wir fragen bei den Nachbarn nach, keiner weiß etwas - endlich findet einer im Telefonbuch eine Handynummer. Nun erreichen wir unsere Vermieter, sie sind wandern und verspäten sich noch etwas, wir sollen uns doch in den Garten setzten. Nach weiteren 20 Minuten kommen unsere Gastgeber und wir können endlich in unsere Zimmer und unter die Dusche, welch ein Genuss. Zum Glück waren wir zu zweit, da kann man es mit Humor nehmen und miteinander ein wenig lästern.

Unterkunft:
Haus Wieser (Stempel)
Pfaffenhofen 188
+43 5262 67 000
27€+Taxe+Frühstück im Einzelzimmer
abgesehen von dem langen, unangenehmen Warten, dann sehr freundlich, schönes Zimmer mit Balkon
 
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